Biomedizinische Forschung strebt nach neuen Heilverfahren. Dabei ist die Grundlagenforschung mit der patientenorientierten klinischen Forschung oft aufs Engste verwoben.Das Patentrecht dient dazu, berechtigte wirtschaftliche Interessen zu schützen, wenn auf der Suche nach neuen Therapien beträchtliche Mittel investiert wurden. Zwar sind Patente für den Schutz geistigen Eigentums unverzichtbar; doch in der Biomedizin stößt das Patentrecht rasch an Grenzen. Patente sollen nicht legitimieren, was unethisch erscheint.
Manchmal gilt zu fragen, ob der Schutz des geistigen Eigentums dem Besitzanspruch auf menschliches Leben, auf unsere Mitmenschen oder auf ihre Gene gleichkommt. Gerade die Stammzellbiologie hat neue Dimensionen zur Frage nach den Grenzen des Patenrechts eröffnet. Oft genug klaffen die Meinungen zur ethischen Legitimation der Stammzellbiologie weit auseinander. Der Fortschritt der Stammzellbiologie erscheint schneller, als der ethisch-philosophische Diskurs folgen kann.
Das Symposium liegt an einem Kreuzungspunkt des bioethischen Diskurses. Mit Oliver Brüstle (Bonn) und Anna Wobus (Gatersleben) werden führende Stammzellforscher zu Wort kommen, um ihre Ansprüche an Ethik- und Rechtsphilosophie zu formulieren. Ludwig Siep (Münster) wird die Ethik des Patentanspruchs aus philosophischer Sicht beleuchten, während Gudrun Kordecki (Schwerte) und Konrad Hilpert (München) die christlich-theologische Wertung geben. Joseph Straus (München) erläutert den Kontext im europäischen Recht. Hans-Georg Koch (Freiburg) wird aufzeigen, wie Begrifflichkeiten für die Wertung der Embryonenforschung relevant sein können. Jochen Taupitz (Mannheim) wird die ethische Begrenztheit von Biopatenten aufzeigen. Georg Weinzierl und Andreas Koch (München) werden die Grenzen des Biopatentrechts aus praktischer Sicht beleuchten, und Hubert Weis (Berlin) wird das Biopatentrecht mit dem Blickwinkel des politisch Verantwortlichen darstellen.
Autor/Quelle http://idw-online.de/pages/de/event38003
Hinweise zur Teilnahme:
Anmeldung unter: veranstaltungen@adwmainz.de
Weitere Informationen: http://www.adwmainz.de/index.php?id=27
Veranstaltungsort
Akademie der Wissenschaften und der Literatur
Plenarsaal
Geschwister-Scholl-Straße 2
55131 Mainz
